Digitalisierung in die Pflege
Eine Umsetzungsstrategie für Sachsen-Anhalt

Digitalisierung in die Pflege – Eine Umsetzungsstrategie für Sachsen-Anhalt

Mehr Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung und insbesondere in der Pflege könnte dabei helfen, den aktuellen Herausforderungen wie dem steigenden Versorgungsbedarf und Fachkräftemangel an-gemessen zu begegnen. Trotz dieses Potentials finden digitale Lö-sungen nur langsam Einzug in einzelnen Einrichtungen. Von einer flächendeckenden Digitalisierung bis hin zur Nutzung von Synergie- und Netzwerkeffekten sind wir noch weit entfernt. Allerdings ist ge-rade diese Flächendeckung eine wichtige Voraussetzung, damit sich die versprochenen Potentiale nicht nur für einzelne Patienten, Fach-kräfte oder Unternehmen entfalten, sondern in der gesamten Gesell-schaft spürbar werden.

„Digitalisierung“, „Pflege 4.0“ oder „Arbeit 4.0“ sind schwer fassbare Sammelbegriffe. Im Kontext der Pflege kann man sich darunter von papierloser Dokumentation, Sensoren zur Sturzerkennung, Gesundheitsapps, elektronischer Patientenakte, automatischer Dokumentation bis hin zu Robotern nahezu alles vorstellen. Jedoch ist die Fülle an Einsatzmöglichkeiten digitaler und assistiver Technologien gegenwärtig eher eine Hürde als ein Vorteil. Ein Marktüberblick ist für den Einzelnen nur sehr aufwendig herzustellen. Objekte, Nutzenbewertungen oder Erfahrungen im Einsatz sind nur sehr selten außerhalb von Werbebroschüren zu finden. Stellenweise sind digitale Lösungen komplex und benötigen für den effektiven Betrieb Zusatzqualifizierungen. Auch zusätzliche laufende Kosten für Wartung, Aktualisierungen oder die Miete sind keine Seltenheit. Weiterhin kann die Einführung größerer Softwarelösungen z.B. zur Abrechnung oder Dokumentation pflegerischer Leistungen mit derart hohem Aufwand verbunden sein, dass ein erneuter Wechsel nur unter großen Anstrengungen möglich ist.
Um all diese beispielhaft genannten Unwägbarkeiten beurteilen zu können, fehlt dem Fach- und Führungspersonal in der Versorgung, insbesondere in den kleinen und mittelständigen Unternehmen, oftmals die nötige Zeit. Die häufige logische Konsequenz dessen ist es, vorerst keine Investitionsentscheidung zu treffen und lieber abzuwarten z.B. bis mehr Kosten/Nutzen-Transparenz hergestellt ist und die Auswirkungen auf die eigene Arbeit besser beurteilt werden kann. Neben der fehlenden Transparenz sind fehlende finanzielle Mittel und unzureichende Infrastruktur weitere bremsende Faktoren für eine flächendeckende Digitalisierung der Pflege in Sachsen-Anhalt.

Da die Nutzergruppen in der Regel technische Laien sind, stellt die Akzeptanz digitaler Lösungen im Pflegealltag ein Grundsatzproblem dar. Allgemein werden ein Kontrollverlust sowie eine Bevormundung durch Technik befürchtet. Weiterhin befürchtet Fachpersonal einer-seits durch Technik ersetzt zu werden, andererseits wird Mehrauf-wand z.B. für Dokumentation oder neue Tätigkeitsfelder befürchtet. Patienten fühlen sich unwohl z.B. durch ständiges sensorbasiertes Erfassen ihres Alltags

Die möglichen positiven Effekte einer zielgerichteten und strukturier-ten Digitalisierung in der pflegerischen Versorgung sind äußerst viel-fältig. Sie reichen von einer Verbesserung der Gesundheitsversor-gung des Einzelnen, Autonomieerhalt im Alter über mehr Versor-gungskapazität, neue Angebote und Umsatzsteigerungen von Pfle-gedienstleistern bis hin zu einer Steigerung der Arbeitsattraktivität in der Pflege und können langfristig zur Lösung der Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung beitragen.

  • Fehlende Markttransparenz (z.B. Verhältnis: Kosten/Nutzen)
  • Akzeptanzprobleme seitens der Nutzer (z.B. Verdrängungsängste
  • Kosten (einmalig für Beschaffung, laufend für Wartung und Betrieb)
  • Wenig neutrale Ansprechpartner
  • Erfahrungsaustausch schwierig
  • Einführung in Unternehmen schwierig
  • Interoperabilität einzelner Lösungen schwierig einzuschätzen

Entwicklung einer Strategie zur Etablierung digitaler Lösungen in der Pflegepraxis in Sachsen-Anhalt um u.a. die Erbringer von Pflegeleis-tungen (professionelle und Laien) und Pflegebedürftige angemes-sen zu unterstützen.

  • Pflegebedürftige und pflegende Angehörige
  • Pflegedienstleister
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