Integration von internationalen Fachkräften in die pflegerische Versorgung

Integration von internationalen Fachkräften in die pflegerische Versorgung

Die Versorgungslücke mit prognostizierten ca. 61% für Pflegefachkräfte ist in Mitteldeutschland die viertgrößte im gesamten Bundesgebiet (Barmer GEK 2016). Diese Lücke wird nicht ausschließlich durch Ausbildungsoffensive und Entlastungen auf Grund von technischen Lösungen zu schließen sein.
Die Integration von ausländischen Fachkräften ist ein weiterer wichtiger Baustein. In Mitteldeutschland ist es aus unterschiedlichen Gründen bisher kaum oder zumindest unzureichend gelungen, in den Pflegeberufen ausländische Arbeitskräfte zu integrieren. 300 AbsolventInnen des Kolegji Heimerer kamen bspw. im letzten Jahr nach Deutschland. Keiner von ihnen nach Mitteldeutschland (Quelle: https://www.mdr.de/heute-im-osten/pflegekraefte-aus-dem-kosovo-100.html). Seit 2006 besteht eine Kooperation zwischen dem Univer-sitätsklinikum bzw. dem Kolegji Heimerer Pristina (Republik Kosovo) und der Universitätsmedizin Halle (Saale) mit dem Schwerpunkt Qualifikation. Viele der Lehrkräfte in Prishtina haben über Bachelor, Master und Promotion ihre akademische Qualifikation und Lehrbefähigung an der Medizinischen Fakultät in Halle erworben und können auf deutschem Niveau ausbilden. Gesundheitsminister Jens Spahn hat diese Einrichtung als Mustereinrichtung für die Arbeitskräftemigration ausgewählt.

Mehr Arbeitsmigration in den Pflegeberufen ist ein wichtiger Lösungsansatz, das Hauptproblem ist dabei die gute und v.a. nachhaltige Integration in die Pflegeteams.
Dabei sind vielfältige Problemstellungen zu lösen. Im arbeitsweltli-chen Bezug sind es andere fachliche Anforderungen, die individuelle kulturelle Prägung und Sprachfähigkeit aber auch die Anerkennung der Abschlüsse und Fragen der Akzeptanz, die sich in unterschiedlichen pflegerischen Aufgabenfeldern widerspiegeln. Beispielsweise ist die Körperpflege außerhalb von Deutschland häufig Aufgabe von Pflegehelfern oder Familienmitgliedern des Patienten.
Aber auch soziale Aspekte außerhalb der Arbeitswelt spielen eine große Rolle und führen dazu, dass eine Migration in Ballungsräume mit großen Gruppen aus der gleichen Kultur- und Sprachregion einfa-cher gelingt als in ländliche Regionen mit geringerem Ausländeran-teil und ohne entsprechende Peer Group.
Außerdem soll die Migration nicht nur das deutsche Fachkräfteproblem lösen, sondern auch helfen, in den Herkunftsländern Ausbildungsstandards zu verbessern bzw. jungen Menschen eine wirtschaftliche Perspektive zu geben und einen langfristigen Existenzaufbau zu unterstützen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie eine Integration von ausländischen Pflegefachpersonen und insbesondere aus dem Kosovo und Südosteuropa in die eher ländlichen Strukturen in Mitteldeutschland im arbeitsweltlichen und sozialen Bezug gelingen kann.

Die möglichen positiven Effekte einer verbesserten Arbeitskräftemigration liegen in der Versorgungssicherung der Menschen in medizinischen und pflegerischen Belangen. Die Ansiedlung im ländlichen Raum bietet aber auch Gelegenheit, dem Bevölkerungsschwund entgegen zu wirken und den Rückbau in den Regionen zu verlangsamen oder zu stoppen.
Jungen Menschen aus Regionen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und geringem Einkommensniveau wird durch eine Beschäftigung in Mitteldeutschland eine Entwicklungsperspektive geboten.

• Anerkennung der Abschlüsse
• Ungenügende Passfähigkeit der Ausbildungsinhalte und Qualität
• Fehlende Sprachfähigkeit
• Kulturelle Unterscheide
• Fehlende gesellschaftliche Integration / Peer Group
• Keine nachhaltige Integration und nur kurzfristige Arbeitskraftbindung

Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Integration von auslän-dischen Pflegefachpersonen und insbesondere aus dem Kosovo und Südosteuropa in die eher ländlichen Strukturen in Mitteldeutschland mit positiven Aspekten im arbeitsweltlichen und sozialem Bezug.

• Pflegebedürftige und pflegende Angehörige
• Pflegedienstleister
• Krankenhäuser
• Reha-Einrichtungen
• Krankenkassen
• Bildungsträger
• Politik (Land und Kommune)
• Verwaltung